Tag 15/16: 23.+24.7.

Nungut, über eine Rückfahrt muss man kein Tagebuch führen. In den Bus, schlafen, schlafen, Essen, schlafen, Fähre, schlafen, aus dem Bus. Zu Hause. Zack, fertig.

Von wegen.

Diese Sommerlagerrückfahrt wird uns wohl allen noch Lange in Erinnerung bleiben. (Die passende Echtzeitberichterstattung, um die abholenden Eltern in Langerwehe zu informieren, findet ihr hier.)

Alles fängt damit an, dass wir gegen 1:00 Uhr am Samstagmorgen, ca. 90 Minuten bevor wir auf der Fähre sein sollten, in einem Stau ankommen. Ärgerlich, aber so etwas passiert wohl. Zumal am Freitag wohl in England die Schulferien begannen.
Auch um 2:20 Uhr stehen wir noch im Stau – die eigentliche Fahrtzeit unserer Fähre. Aber dann nehmen wir eben die (Über-?)Nächste. Der Fährbetreiber schien da relativ flexibel.

Gegen 5:30 Uhr geht die Sonne auf und so langsam werden alle Busbewohner von ihrem Nachabbauschlaf wach. Es ist immer noch kein Ende des Staus in Sicht. Zwischendurch fahren wir mal ein paar hundert Meter, aber dann ist auch wieder Stopp.
Wir sind in einem sehr langen Stau auf der A20 vor Dover. Unsere Ankunft in Langerwehe gegen 10:00 Uhr ist utopisch. Neuer Ankunftszeitpunkt: Wir haben keine Ahnung.

Der Stau soll sich im Laufe des Tages bis auf 50 Meilen, also 80 Kilometer, erweitert haben. Dazu noch 20 Meilen (32 Kilometer) auf der zweiten Zufahrtsautobahn A2. Der Grund, wie wir im Laufe des Tages herausfinden: Frankreich hat in den letzten Tagen wieder Grenzkontrollen eingesetzt, aber dabei nicht sein Personal erweitert. Als wäre das nicht genug, scheint in der Nacht nur ein Grenzbeamter für Reisebusse anwesend zu sein, so dass die Abfertigung eines einzigen Busses 40 Minuten dauert. Die Fähren fahren halbleer, damit nicht auch noch die Reisende, die es bereits durch die Kontrollen geschafft haben, warten müssen. Ein planerisches Grenzdesaster – und wir mittendrin.

Bis 18:00 Uhr stauen wir uns die Autobahn entlang. Immer wieder sammeln wir unsere Kinder ein, zählen alle belegten Plätze, fahren 800 bis 1200 m – und steigen wieder aus. Und so geht’s die gesamten 8 Kilometer vor Dover. Mal schneller, mal langsamer; meistens allerdings langsamer. Wir spielen zwischen den Autos und LKWs, führen unseren ersten Autobahntanz auf, musizieren mit einer französischen Band, dösen.

Wir haben nicht mit so einer langen Fahrt gerechnet und werden kreativ mit dem Proviant, was wir dabei haben. Es gibt Brote, Cracker mit Nutella und Brotaufstrich, es gibt Obst und Gemüse. Am Nachmittag verteilt die Küstenwache von der Gegenfahrbahn, die auch gesperrt zu sein scheint, Wasser. Das ist gut, denn das wird so langsam knapp.

Am Abend kommen wir in Dover an. Die Polizei lässt nur wenige Autos auf einmal in den Ort, vermutlich um den Bewohnern dort noch ein paar freie Straßen zum Fahren zu ermöglichen. Als wir die Ortsgrenze passieren durften erwartet uns… das gleiche Spiel wie vorher. Wir stauen uns zum Grenzterminal. Dort, endlich, geht’s etwas schneller voran. Die Spuren für Reisebusse sind weitestgehend frei. Und zum ersten Mal heute scheinen wir auch Glück zu haben: Wir kommen durch die Grenzkontrollen sehr schnell durch. Vermutlich wurden die verschärften Grenzkontrollen dann mittlerweile doch wieder entschärft.

Um 21:00 Uhr, fast 19 Stunden nach unserer anvisierten Abfahrt, sind wir auf das Fährterminal und warten auf das nächste freie Schiff. Auch am Terminal: Ein Fast-Food-Restaurant, die einzige Möglichkeit um etwas zu Essen für uns Teilnehmer zu kriegen. In der Not essen wir auch das (und lernen mehr denn je die tolle, nahhafte, frische, ausgewogene, natürliche Küche der letzten Wochen zu schätzen – danke, Küchenteam!).

Eine Stunde später auf der Fähre hören wir von unserem Begleitauto, darin u.a. Tobias und Sarah. Sie waren schon früher vom Platz gefahren und ursprünglich ca. 30 Minuten vor uns. Sie sind jetzt zu Hause angekommen. 30 Minuten → 6 Stunden. Keine schlechte Relation.

In Calais angekommen geht es allerdings auch für uns relativ schnell. Wir kommen wie geplant gegen 7:00 Uhr am Pfarrheim an. Fast 24 Stunden später als eigentlich geplant. Eine echte Erfahrung, die so positiv vermutlich nur mit so einer tollen Truppe klappt, wie wir sie in diesen zwei Wochen geworden sind. ♥
Auch ein großer Dank an unser Busunternehmen Dressel aus Langerwehe, die mit uns diese Strapazen durchstanden!

Das war das Tagebuch des Sommerlager 2016, das einen Tag länger wurde, als erwartet. Ich hoffe, es hat euch Spaß gemacht.

Bis in zwei Jahren dann!

Tag 14: 22.7.

Unser letzter Lagertag, Freitag der 22. Juli, startet ganz gemächlich. Heute ist noch viel zu tun, deshalb ist die Morgenrunde nach dem Frühstück eine Liegerunde. Wir suchen uns ein schattiges Plätzchen (in der Nähe unserer Holzhackecke) und hören Elmar beim Vorlesen kurzer Geschichten zu. Danach stellen Katharina und Peter den Plan für den Tag vor. Bis zum Mittag sollen die Lagerteilnehmer ihre persönlichen Sachen packen. Danach gehen wir erst die Stufen-Schlaf-Zelte, dann die Gemeinschaftszelte an. Wir haben genug Zeit um alles in Ruhe in Kisten zu packen und kaputte Stellen zu markieren. Gegen 19:00 Uhr soll dann der zweite Bus kommen (der erste ist am Platz geblieben) und wir können mit Beladen beginnen.

Trotz des Regens gestern lässt uns das Wetter heute nicht im Stich: Die Sonne brennt auf die Schwarzzeltplanen nieder und lässt uns, ganz im Gegensatz zum letzten Sommerlager, nicht das ewige Spiel Kalt oder Klamm? spielen. Alles ist durchweg trocken. Super!

Aber noch mehr läuft gut heute: Die Teilnehmer sind weit vor dem Mittagessen mit dem Packen ihrer persönlichen Sachen fertig (viele hatten schon nach dem Frühstück, oder sogar vorher begonnen) und können schon mit dem Abbau der Zelte anfangen. Unseren Zelten fehlen noch ein paar Beschriftungen – und ich nutze die Gunst der Stunde und bereite die baldige Beschriftung mit Markierungen vor.
Nach dem Mittagessen (ein leckeres Potpourri aller Reste) geht der Aufbau weiter. Alle arbeiten wunderbar mit – und das trotz der Hitze. Ich glaube, ich habe noch nie so einen zielgerichteten und entspannten Abbau erlebt!

Beim Abendessen (Spiegelei, Kartoffeln, Salat) kommt unser Bus an. Wir sollten ein wenig früher mit dem Beladen fertig werden – um rechtzeitig zur Fähre zu kommen – und starten sogleich mit dem Finalisieren unserer Abbauarbeiten.
Um 21:00 Uhr ist es soweit und wir können nach einer letzten Runde am Platz den Bus betreten. Mit einem fröhlichen und einem lachenden Auge blicken wir auf den jetzt leeren Lagerplatz zurück, auf dem nur noch unterschiedliche Farben des Rasens von unseren Zelten an das England-Lager erinnern.
An dieser Stelle hatten wir noch keine Ahnung, welche Reise vor uns liegen wird…

Rückfahrt

Ankunftszeit ca. 6:40!

Am Pfarrheim! Siehe unten!


22:00: Unsere Abfahrt vom Platz hat pünktlich geklappt!

Update um 1:15: Wir werden unsere Fähre um 2:20 wohl nicht bekommen. Wir stehen im Stau.

Infos von 12:00: wir stehen immer noch im Stau vor Dover. Das nervt, aber wir schlafen viel. So ein Zeltlager macht müde. Alle 20-30 Minuten bewegen wir uns mal für 1-2 km. Der Grund scheint zu sein, dass Frankreich (schärfere) Grenzkontrollen eingesetzt hat heute. Das dauert, zumal heute auch Ferienstart in England ist. Die Fähren fahren, aber haben wenig Autos an Bord. Mittlerweile scheinen die Kontrollen gelockert.

Update um 16:00: Wir nähern uns Dover. Aber es ist noch ein langer Weg. Dafür haben wir jetzt auf einer Autobahn musiziert. Mit einer französischen Rockband. Welcher Pfadfinderstamm kann das schon von sich behaupten?

Update um 18:45: Wir sind am Ortseingang von Dover!

Update um 20:40: Wir stauen uns durch Dover. Dieses kleine Städtchen ist plötzlich ganz groß.

Update um 21:20: Wir sind durch die Grenzkontrollen und warten jetzt auf die nächste Fähre!

Update um 23:00: Nach einer guten Stärkung mit lokaler Rapid Cuisine, fahren wir jetzt auf die Fähre.

Update um 1:15: WIR SIND IN FRANKREICH! Momentan anvisierte Ankunftszeit ist 6:00. Aber der genaue Zeitpunkt hängt von Pausenanzahl und -Länge und natürlich dem Verkehr ab. Ich halte euch wie gehabt auf dem Laufenden und werde im Laufe der Nacht die Zeit aktualisieren und verfeinern. Bis gleich!

Update um 3:45: Wir sind gegen 6:15 in Langerwehe und fahren direkt zum Pfarrheim. Wir fahren gerade von der letzten Pause los und sind um 6:15 in Langerwehe. Wir fahren direkt zum Pfarrheim, damit wir dort gemeinsam zügig ausladen und die Abschlussrunde machen können. Bitte parkt sparsam und lasst die Bushaltestelle für unsere Busse frei! 

Update um 5:40: Wir machen doch noch eine 15-Minuten-Pause und kommen daher erst gegen 6:40 an. 


Liebe Eltern und Freunde, die uns bei der Ankunft in Empfang nehmen werden.

Status bisher:

  • 22:00 Abfahrt am Platz (Update 1: hat fast geklappt.)
  • 6:40, Sonntag: Ankunft Pfarrheim (ca.)

In Langerwehe brauchen wir dann auch noch frische Elternhände, die uns immer müderen Reisehänden beim Verstauen des Materials helfen.

Tag 13: 21.7.

Das Ende des Sommerlagers wirft seine Schatten voraus. Donnerstag (21. Juli) ist der vorletzte Tag unseres Lagers. Und es ist unser Video-Tag!

Wenn ihr schon länger unser Pfadfindergeschehen hier verfolgt, dann wisst ihr, dass wir großen Spaß daran haben, Videos aus unseren Sommerlagern mitzubringen. Und diese Videos müssen natürlich auch gedreht werden.

Also läuft die Kamera nach dem Frühstück wild durch’s Lager und filmt, filmt, filmt. Insbesondere nach dem Mittagessen, wenn wir die 2016er Version unseres Pfad to Amarillo Videos drehen. Freut euch schon mal drauf; es ist toll geworden!

Nach dem Videodrehen folgt dann ein weiterer Punkt auf unserer Sommerlagerliste: Das Gruppenfoto. Das dann nahtlos in unsere Lagertaufe übergeht. Die Teilnehmer, die zum ersten Mal im Lager mit uns unterwegs sind, werden willkommen geheißen – ganze 14 Personen. Und werden durch einen Parcours quer durch’s Lager geführt. Das Ende bildet eine Wasserrutsche, über die die Täuflinge gezogen werden. Pünktlich dazu setzt natürlich auch der erste Regen seit 10 Tagen ein. Aber das tut der Stimmung keinen Abbruch.

Am Abend gibt es noch einen letzten Lagerfeuerabend mit vielen Liedern. Morgen wird der Abbau langsam nach der Morgenrunde starten. Vielleicht kommen die Bilder dazu erst im Laufe des Wochenendes online.

Tag 12: 20.7.

Am Mittwoch, den 20. Juli, gab’s bei uns im Lager etwas völlig Neues. Die Roverstufe veranstaltete einen Singewettstreit! Bei einem Singewettstreit treten verschiedene Gruppen an, um sich im Singen zu messen. Eine Jury richtet über Lieder, die so gut wie möglich vorgetragen sein sollten, auch gerne mit mehreren Stimmen und Instrumenten; es kann ein selbstgedichtetes Lied sein, oder ein Lied von jemand anderen – Original oder Adaption. Der Vorstellung sollen keine Grenzen gesetzt sein; es geht um’s Musizieren. Die Roverstufe ist der Ausrichter dieses ersten Langerweher Sommerlager-Singewettstreits und stellt daher auch die Jury, die die Beiträge bewertet. Bei uns könnte es keine geeignetere Gruppe geben, haben die Rover doch in den letzten Monaten zwei Wettstreite in Deutschland gewonnen. (Ja, wir sind ein wenig stolz…)

Bevor es gegen 17:00 Uhr mit dem Singewettstreit los geht, starten wir natürlich auch diesen Tag mit einem guten Frühstück und einer Morgenrunde. Während die einzelnen Gruppen, die am Abend antreten werden (fünf an der Zahl) fleißig üben, wird im Lager viel (gesellschafts-)gespielt. Bewegung wird heute wieder auf ein Minimum reduziert, denn die Sonne brät uns ordentlich von oben. Wir sind froh um jede Luft, die uns ein wenig erfrischend um die Ohren weht. Die Pfadis machen heute eine Gruppenaktion, zu der sie gestern nicht mehr gekommen sind: Sie bauen gemeinsam eine Brücke über ein fiktives Gewässer.

Nach einem abkühlenden Wassereis geht’s dann am späten Nachmittag los mit dem Wettstreit. Bevor die einzelnen Gruppen ihre Darbietungen präsentieren, zeigen die Rover noch kurz zur Einstimmung, wie so ein gut-vorgetragenes Lied aussehen kann.
Am Tag zuvor war die Reihenfolge der Präsentationen ausgelost worden und so starten heute die Juffis mit zwei Bündischen Liedern. Toll vorgetragen und begleitet mit Gitarren und Flöten. Echte Profis! Es folgt Zaja die Solo ebenfalls ein Bündisches Lied zum Besten gibt. Auch hier: Professionell vorgetragen und voller Elan. Als Drittes treten »Bibi und Tina« auf, zwei Wölflinge und ein Juffi, die Songs von Bibi und Tina singen. Sehr süß und äußerst textsicher. Als vorletzte Gruppe zeigen die Pfadis der »8 Peiloten«, wie man ein klassisches, ungarisches Lied mit ordentlich Doppeldeutigkeit umdichten kann. Ein Lacher – und ein gut vorgetragener dazu! Zum Schluss kommt Wölfling Michael und präsentiert seine frisch gelernten Gitarrenkenntnisse der letzten Tage. Auch hier, Respekt für den Mut.
Bevor der Singewettstreit beendet ist tritt noch ein Überraschungsgast auf. Symon, Amle, Cookie und der fahrende Händler kommen aus der Sommerlagergeschichte vorbei und wollen Liedgut als »The Farshire Four« vortragen. Just als sie damit beginnen wollen, tritt der Sheriff auf den Plan, der das Quartett kurzerhand zum »The Farshire Five« erweitert. Es folgen zwei umgedichtete Lieder, voller Herzschmerz, Versöhnung und, schließlich, Freude. Gar liebliche Singstimmen, wie ich aus erster Hand zu berichten weiß.

Der Wettstreit hat allen furchtbar viel Spaß gemacht – und wir alle waren begeistert (und vielleicht ein wenig positiv überrascht), welche Qualität alle Vorträge hatten. In der Abendrunde prämierten die Rover die Gewinner. Platz eins belegte die Juffi-Gruppe!

Heute, in der vorletzte Nacht des Lagers, dürfen die Pfadis, Juffis und Wös draußen, und sternklarem Himmel schlafen, wenn sie wollen. Das Angebot wird auch von vielen angenommen, deren Sternenausblick seltsamerweise das Einschlafverhalten zu beeinflussen scheint…

Tag 11: 19.7.

Nach so einem anstrengenden Tag am Strand ist ein wenig Ruhe am Platz nötig. Insbesondere, weil das Wetter nur wärmer und wärmer wird. Deswegen machen wir am Dienstag, 19. Juli, einen Stufentag. Das heißt: Die Stufen machen Programm hauptsächlich unter sich.

Stufentag, mit einer kleinen Ausnahme: Nach dem Frühstück kann jeder Lagerteilnehmer einen Wimpel bemalen. Was drauf kommt ist egal, aber am Ende sollen alle an eine Schnur gehängt werden. Alle geben sich sehr viel Mühe und fabrizieren tolle Kunstwerke.

In der restlichen Zeit kann man die einzelnen Stufen verstreut auf dem Platz finden. Außer die Rover, die machen heute einen Ausflug zu einer Burgruine. Die Wös erkunden heute die Buddens’schen Höhlensyteme, Die Juffis und Pfadis üben fleißig für den nächsten Tag. Was da ansteht erfahrt ihr morgen.

Nach einem Abendessen mit leckeren Folienkartoffeln mit Quark (und mehr) endet auch dieser Tag mit einer Abendrunde. Mittlerweile zieht ein wenig Wind auf, der nicht nur etwas Abkühlung verschafft, sondern auch die Mücken ein wenig vertreibt.