Archiv für den Monat: Juni 2010

Pfarrfest 2010: Malschaukel und Bühnendach

Zum Pfarrfest 2010 in unserer Langerweher Gemeinde St. Martin haben wir natürlich auch etwas aufgebaut.

Für den Sonntag, den eigentlichen Tag des Pfarrfests, nahmen wir uns einer Malschaukel an.
Nach dieser Inspiration bauten wir zwei Dreibeine mit einer Querstange auf, hängten in die Mitte von oben herab eine Hängematte ca. einen Meter über den Boden und legten Malwütige hinein.
Mit einem Pinsel in der Hand ging es nun daran, das auf dem Boden liegende Plakat zu bemalen. Behilflich (oder auch nicht) waren dabei vier Personen, die mit je einem Seil die Hängematte steuern konnten.

Ein großer Spaß, bei dem viele bunte Bilder gemalt wurden.

Ein Tag zuvor, am Samstagabend wurde nach dem Gottesdienst vor der Kirche das Pfarrfest mit einem Konzert einer Band eröffnet. Wir bauten dafür die Überdachung der Bühne.
Nach ein paar verzögernden und verkomplizierenden Änderungen hatten wir am Nachmittag ein Großjurtendach aufgebaut, stangenlos getragen von vier Spanngurten, der Kirche und zwei Bäumen. Eine sehr schöne Sache, wie wir fanden.

Infos über Jurten vom Jurtenland

Kennt ihr Jurtenland.de?
Das ist eine riesige Wissensseite über Jurten und allem, was damit zu tun hat.

Ich könnte dort ewig herumsurfen!

Allein in den vielen Konstruktionsanleitungen könnte ich Tage verbringen. Dort geht es um das Aufbauen einer einfachen Kohte, bis hin zum Aufbauen ganzer Jurtendome. Toll! (Hier, das Gigaset zum Beispiel – gar nicht so schwer, oder? Es gibt sogar eine Bauanleitung für die Kette in der Mitte!)
Interessant sind auch die Kräfte, die auf eine Jurte wirken. Wie stark ist das Mittelseil belastet – wie stark die Abspannseile? Ziemlich simpel und nachmachbar sind die Werte gemessen worden. Und es ist gar nicht so viel wie ich dachte. 15 Kilo (äquivalent) sind nicht viel.

Wer sein Lager nicht am Reißbrett, sondern am PC planen möchte, der kann auf die Jurtenmodelle für das kostenlose Google SketchUp zurückgreifen. Über Jurten hinaus gibt es dort natürlich auch noch ein paar andere Pfadfinderzelte.

Ralph, der Jurtenland.de-Macher, hat einen Podcast aufgenommen, wie man Wassersäcke in Jurten verhindert. Ich habe das mal weiter unten transkribiert, damit wir das auch noch demnächst im Lager nachschauen können.

Was ist eure Lieblings-Jurtenland.de-Seite? Welche Konstruktion sollten wir demnächst unbedingt mal bauen?

10 Tipps gegen Wassersäcke, aus dem Jurtenland.de-Podcast

  1. 1. Richtige Geometrie: Abspannseile fluchten zur Mitte des Daches, entlang der Nähte; 45° zu Boden und Zeltwand
  2. 2. Richtige Spannung im Dach: Kombination aus / Verhältnis von Abspannschnurspannung und Dachspannung (u.a. abhängig vom Feuchtegehalt des Stoffs)
  3. 3. Seiten nicht zu stark abspannen: Seitenplanen nicht zu straff werden lassen. Alle Seile gleichmäßig abspannen. Andi: Reihum und gegenseitig.
  4. 4. Abspannungsregulierung in den meisten Fällen nur am Dach (z.B. abhängig von Feuchte)
  5. 5. Gleichlange Seitenstangen
  6. 6. Ebener Aufstellplatz
  7. 7. Leichte Mittelstangen: schwere Mittelstangen ziehen das Dach schnell in eine Richtung
  8. 8. Abdeckplane nicht zu stark am Dach abspannen
  9. 9. Dächer zusätzlich abspannen in den Zwischenösen
  10. 10. Wenn alles nicht läuft – Jurte lieber Abbauen

Unser Altarbau an Fronleichnam (2010)

Zu Fronleichnam dieses Jahres haben wir wieder einen Altar gebaut. Waren es bisher Wegaltare, bei denen die Fronleichnamsprozession auf ihrem Weg halt macht, so haben wir in diesem Jahr zum ersten Mal den Hauptaltar gebaut. Hier wird der Beginn-Gottesdienst gefeiert und die Prozession gestartet.

Zum Aufbau trafen wir uns am Mittwochabend um 18:00, packten alle Jurtenutensilien zusammen und fuhren fix zum Platz des Altars. Frenny Simons war so freundlich, das Baugrundstück im Seelebach-Neubaugebiet für uns vorher freizumähen – vielen Dank dafür!
Anhand unseres Bauplans begannen wir den Aufbau:
Bauplan
Im Zentrum steht unsere Großjurte, erhöht auf Superjurtenhöhe (also mit Fensterplanen). Symmetrisch außen werden die beiden normalgroßen Jurten angeknüpft; so, dass sich zwei komplette Dachplanen überlappen. Als besonderes Schmankerl werden alle Seitenstangen an der zum Publikum gewandten Front erhöht – um dem Aufbau einen kleinen Theatercharakter und genug Höhe für den Priester zu schaffen.

Um kurz vor Mitternacht waren wir mit dem Grundgerüst fertig und hatten auch alle Seitenplanen angeknüpft. Besonders die kleinen Details (das Übereinander-Abspannen der drei Dächer) und unser Ziel, die Jurte besonders gerade und sauber aufzustellen erforderten Zeit und Geduld.

Um 7:00 klingelte der Wecker und nach kurzem Frühstück finalisierten wir den Altar. Bänke wurden aufgestellt, der eigentliche Holzaltar zusammengebaut (und mit Pfadfinderfahne geschmückt!), das Zelt mit Birken und Blumen dekoriert und restaufgeräumt.

Pünktlich um 9:30 begann Pfarrer Portz mit seinem Gottesdienst.

Alle waren begeistert vom Aufbau. Wir eingeschlossen, schließlich hat alles wunderbar funktioniert und der Schritt vom Papier zum realen Aufbau hervorragend geklappt.
Nächste Jahr wieder?